Die Lügen der Antimissionare

Es ist gängig, das Antimissionare wie z.B. Jews for Judaism (Juden für das Judentum) versuchen Widersprüche oder Unwahrheiten im B‘rit Chadaschah (Neues Testament) zu finden, aufzuzeigen und dadurch Gläubige an Jeschua zum Abfall zu führen; und im besten Fall sie für das orthodoxe Judentum zu gewinnen. Dabei benutzen sie gern unlautere Mittel. Sie zielen auf das Unwissen des Gegenübers, sei es in Bezug auf jüdische Tradition, Geschichte oder Sprache. Eine Taktik taucht besonders oft auf. Man behandelt die B‘rit Chadaschah schlicht anders, als den Tanach. Ein prominentes Beispiel für diese Art zweierlei Maß anzuwenden ist Matityahu 2:15:

„Und er blieb dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen«.„

Schnell wird auf den Ursprung dieses Zitats verwiesen, welches man in Hosea 11:1 findet. Und man bemerkt völlig zu recht, dass das gar keine direkte (explizite) Prophetie ist, sondern eine Erzählung der Vergangenheit. Es geht eigentlich um Israel, welches von Gott aus Ägypten herausgeholt wurde. Der nächste logische Schritt der Antimissionare ist es dann zu sagen „Siehst du Matthäus hat gelogen, oder er ist dumm und kennt nicht mal die Bedeutung der Worte die er zitiert.“

Wären diese Leute genauso harsch mit dem Tanach oder dem Talmud, müssten sie beides genauso verwerfen, wie sie es mit der B‘rit Chadaschah tun. Aber im Judentum gibt es nicht nur eine (die wörtliche) Auslegung, sondern mindestens vier verschiedene Ebenen. Dieses Auslegungsprinzip kürzt man mit dem Wort PaRDeS ab.
Paschat: Die wörtliche Bedeutung
Remez: Implizierte Bedeutung
Drasch: Allegorische Bedeutung
Sod: Mystische Bedeutung

Um den Gläubigen in Jeschua zu verwirren, wendet man meist nur die Paschat (wörtliche Bedeutung) an und sagt völlig zu recht, wörtlich ist das nicht die Bedeutung von Hosea 11:1. Richtig. Aber als Drasch (allegorische Bedeutung) kann Hosea 11:1 sehr wohl auf Jeschua angewendet werden. Denn so wie Jisrael nach Ägypten floh und dann später auf Gottes Geheiß wieder ins gelobte Land zurückkehrte, so auch Jeschua.

Würden Anitmissionare, also erst einmal ihr eigenes Werkzeug an die B‘rit Chadaschah anlegen, würden sich viele Debatten erübrigen, aber das ist offenbar nicht gewollt.

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